mit Werken von J. E. Kindermann
Corinna Schreiter Sopran
Michael Kämmle
Csakan (Spazierstockflöte)
Axel Wolf Biedermeiergitarre
„Melodien, wie die Nachtigall sie flötet ...“
Originalkompositionen und Arrangements für
Csakan und Guitarre
Der Csakan war im frühen 19. Jahrhundert nicht nur in Wien sondern auch in Nürnberg ein beinahe unverzichtbarer Bestandteil der Garderobe so musikbegeisterter wie modebewusster junger Herren, denn eine solche in einen eleganten Spazierstock eingebaute Flöte war der ideale Begleiter bei den beliebten Landpartien und Picknicks des Biedermeier. Unterstützt von einer ebenso leicht zu transportierenden Guitarre waren die zarten Klänge des einfühlsam gespielten Csakan aufs trefflichste dazu angetan, eine im Freien einzunehmende Kaffeetafel dezent zu umrahmen, wie die Ohren und Herzen der anwesenden Damen zärtlich zu umschmeicheln ...
„Seelen-Music“
Erbauungs- und Begräbnismusiken Nürnberger Meister
Die Volkreichen und Trübseeligen Leichenbegängnisse, wie sie etwa an dem 22. Septembr. 1658. in der Gottsackerkirchen zu St. Johannis zu Ehren des verstorbenen Poeten und Wohl-Edlen/Gestrengen/Fürsichtigen und Hochweisen Herrn Georg Philipp Harsdörffer stattfanden, wurden traditionell mit speziell für diese Anlässe komponierten Trauermusiken versehen. Die von Nürnberger Meistern wie Paul Hainlein, Heinrich Schwemmer, Sigmund Theophil Staden und Johann Erasmus Kindermann komponierten Stücke sind uns zusammen mit den Predigten und einem ehrenden Lebenslauf des jeweiligen Verblichenen in prachtvoll gedruckten und mit aufwändigen Titelkupfern versehenen Erinnerungsbüchern überliefert. Es ist Musik von einer zuweilen verblüffenden Ausdruckskraft, die bei allem Memento mori, bei aller eindringlichen Erinnerung an die Vergänglichkeit des irdischen Daseins tiefen Trost und Zuversicht ausstrahlt. Erbauung und Trost ist auch das Ziel der Seelen-Music des ebenfalls auf dem Johannisfriedhof begrabenen Sigmund Theophil Staden, der hier Geist- und Trostreiche Lieder schuf, die in allerley Anligen/ zu Erquickung und Trost der Seelen zu gebrauchen sind.
Ein originales Zeugnis für den bedeutenden Nürnberger Orgelbau jener Zeit gibt dieser Musik den zeitgerechten klanglichen Untergrund: das 1645 von Nikolaus Manderscheid in Nürnberg gebaute Positiv mit sechs Registern.
Eintritt: 18 Euro
